Steuern und Gewerbe für Cam-Models: die Grundlagen
Aktualisiert am 1. Oktober 2026
Wichtig: Das hier sind allgemeine Informationen, keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land, ändern sich regelmäßig und hängen von deiner persönlichen Situation ab. Wir übernehmen keine Verantwortung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Aktualität dieser Seite und haften nicht für Entscheidungen, die du auf ihrer Grundlage triffst. Prüf alles auf den offiziellen Seiten der Behörden in deinem Land, und lass dich im Zweifel von einer Steuerberatung beraten.
Steuern sind das Thema, das beim Camming am liebsten verdrängt wird, und das, was später am meisten Ärger machen kann. Deshalb hier die Grundlagen, damit du weißt, worum du dich kümmern musst.
Was fast überall gilt
- Einnahmen aus Webcam-Arbeit sind in aller Regel steuerpflichtig. Die Plattformen bezahlen dich als selbstständige Vertragspartnerin oder selbstständigen Vertragspartner, nicht als Angestellte. Steuern behalten sie für dich nicht ein.
- Du bist meist selbstständig. Je nach Land und Höhe deiner Einnahmen musst du deine Tätigkeit anmelden.
- Plattformen melden deine Einnahmen. Plattformen, die in der EU tätig sind, melden die Einnahmen ihrer Anbieter nach den EU-Regeln (DAC7) an die Steuerbehörden. In Deutschland ist das im Plattformen-Steuertransparenzgesetz geregelt. BongaModels zum Beispiel erklärt, dass es die Einnahmen von Models mit Wohnsitz in der EU meldet (ohne die Art deiner Arbeit zu beschreiben), und fragt nach deiner Steuer-Identifikationsnummer. Geh also nicht davon aus, dass deine Einnahmen unbemerkt bleiben.
- Ausgaben können absetzbar sein: Kamera, Licht, Software, ein Teil der Internetkosten. Heb alle Belege auf.
Deutschland: die Begriffe, die du kennen solltest
- Gewerbeanmeldung: Webcam-Arbeit wird in Deutschland in der Regel als Gewerbe eingeordnet. Angemeldet wird ein Gewerbe beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde. Ob das in deinem Fall so ist, klärst du dort oder mit einer Steuerberatung.
- Fragebogen zur steuerlichen Erfassung: Damit meldest du dich beim Finanzamt als selbstständig an und bekommst eine Steuernummer für deine Tätigkeit.
- Einkommensteuer: Deinen Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben) gibst du in deiner jährlichen Steuererklärung an.
- Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung: Bis zu bestimmten Umsatzgrenzen kannst du als Kleinunternehmerin oder Kleinunternehmer von der Umsatzsteuer befreit sein. Die aktuellen Grenzen und Bedingungen findest du bei der Finanzverwaltung. Weil die meisten Plattformen im Ausland sitzen, kann die Umsatzsteuer schnell kompliziert werden; hier lohnt sich professionelle Hilfe besonders.
- Gewerbesteuer: Für Einzelunternehmen fällt sie erst ab einem Freibetrag an.
- Krankenversicherung: Als Selbstständige oder Selbstständiger kümmerst du dich selbst um deine Krankenversicherung. Wenn du familienversichert, Studentin oder Student bist oder Sozialleistungen bekommst, kann sich dein Einkommen darauf auswirken.
Österreich und die Schweiz
Auch dort sind Einnahmen aus Webcam-Arbeit in der Regel steuerpflichtig, die Regeln sind aber andere. In Österreich sind das zuständige Finanzamt und die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) die richtigen Anlaufstellen, in der Schweiz die kantonale Steuerverwaltung und die AHV-Ausgleichskasse für Selbstständige.
Führ von Anfang an ordentlich Buch
- Monatsabrechnungen von jeder Plattform.
- Jede Auszahlungsbestätigung (Plattform, E-Wallet und Bank).
- Nachweise zur Währungsumrechnung, wenn du in Dollar bezahlt wirst und in Euro oder Franken lebst.
- Belege für Technik, Software und andere Kosten.
- Eine einfache Tabelle: Datum, Plattform, Bruttoeinnahmen, Gebühren, Nettobetrag.
Privatsphäre bei der Anmeldung
Manche Daten aus der Gewerbeanmeldung können für andere einsehbar sein. Frag beim Gewerbeamt nach, wie du deine Tätigkeit beschreiben kannst und welche Angaben öffentlich werden, bevor du dich anmeldest.
Wo du offizielle Informationen findest
Die verlässlichsten Informationen bekommst du direkt von den Behörden: in Deutschland vom Finanzamt, vom Gewerbeamt und vom Bundeszentralamt für Steuern, in Österreich vom Finanzamt und der SVS, in der Schweiz von der Steuerverwaltung deines Kantons und der AHV. Such die offiziellen Websites selbst, und prüf genau, ob du wirklich auf der echten Behördenseite bist, bevor du persönliche Daten eingibst. Wir verlinken bewusst nicht auf diese Seiten. Such dort nach Stichworten wie Selbstständigkeit, Gewerbe, Kleinunternehmer oder Einkünfte über Online-Plattformen.
Wann du dir professionelle Hilfe holen solltest
Bevor du ein Gewerbe anmeldest, sobald deine Einnahmen regelmäßig werden, wenn du in mehreren Währungen oder in Krypto bezahlt wirst, wenn du BAföG, Sozialleistungen oder eine Familienversicherung hast oder wenn du in einem Land lebst und Staatsbürgerin oder Staatsbürger eines anderen bist.
Alle Ratgeber zum Thema Geld · Alle Ratgeber
Passende Ratgeber
Auszahlungsmethoden im Vergleich: Mindestbeträge, Rhythmus und Gebühren
So zahlen die Cam-Seiten aus: Mindestauszahlung, Auszahlungsrhythmus und Methoden wie SEPA-Überweisung, Paxum, Krypto und E-Wallets, mit Gebühren je Methode.
Was verdienen Camgirls und Cam-Models? Eine ehrliche Antwort
Warum es keinen ehrlichen Durchschnittsverdienst gibt, was den Verdienst als Cam-Model wirklich bestimmt und wie du deine Ergebnisse ohne Hype beurteilst.
So bezahlen dich Cam-Seiten (und warum Prozente in die Irre führen)
Tokens oder Minutenpreis: wie Cam-Seiten wirklich bezahlen, warum sich „89 %“ und „100 % deiner Tokens“ nicht vergleichen lassen und was der Boost bringt.